football betting scalping strategy, goal times
 

ruhige Startphasen

Strategie-Werkstatt · Saison 2026/27
Ruhige Startphasen – vom Backtest zum Warnmodell
Was zunächst wie die Suche nach der „ruhigsten Phase“ eines Spiels begann,
hat sich durch immer größere Backtests in eine andere Richtung entwickelt:
Heute interessiert mich vor allem, welche Begegnungen in den ersten sechs Minuten der 1. Halbzeit ein erhöhtes Tor-Risiko besitzen.
Die praktische Anwendung bezieht sich auf mein Scalping im Markt 1. HZ Unter 0,5:
Position eröffnen, maximal sechs Minuten halten und anschließend per Lay/Exit schließen.
Die Auswertung sagt ausdrücklich nichts darüber aus, ob die komplette erste Halbzeit torlos bleibt.

Das Warnmodell: historische Basis und aktueller Abgleich
Historische Backtest-Basis
40.046 Spiele
zwei vollständig getrennte historische Blöcke
Historische Grundgesamtheit
87,68 % torlos
im 6-Minuten-Haltefenster der 1. HZ
Historisch stärkste Warnregel
84,17 % torlos
1.232 vergleichbare Fälle
Praktische Einstufung
NORMAL · VORSICHT · EHER MEIDEN
Warnfilter statt „Sicherheitsprognose“

Warum mich eine torlose Startphase überhaupt interessiert
Beim Scalping ist nicht nur entscheidend, ob irgendwann ein Tor fällt – sondern ob es während meiner kurzen Haltedauer fällt.
Wenn ich im Markt 1. HZ Unter 0,5 einsteige, halte ich die Position nicht bis zur Halbzeit. Mein Risiko konzentriert sich auf die Minuten, in denen ich tatsächlich im Markt exponiert bin.
+Ein torloses 6-Minuten-Fenster gibt dem Under-Markt Zeit, sich in die gewünschte Richtung zu bewegen.
+Ein Treffer während dieser Haltedauer kann einen schnellen Verlust oder eine ungünstige Absicherung erzwingen.
+Deshalb untersuche ich gezielt meine tatsächliche Haltezeit – nicht die gesamte Halbzeit.

Was genau bedeutet „6-Minuten-Haltefenster“?
01 · Einstieg
1. HZ Unter 0,5
Position im Under-Markt eröffnen.
02 · Halten
maximal 6 Minuten
Genau dieses Fenster wird statistisch geprüft.
03 · Exit
Lay / Position schließen
Nicht bis zur Halbzeit offen halten.
Wichtig: „87,7 % torlos“ bedeutet nicht, dass 87,7 % der Spiele mit 0:0 in die Halbzeit gingen. Es bedeutet ausschließlich: In 87,7 % der untersuchten Fälle fiel während dieses 6-Minuten-Haltefensters kein Treffer.

Der Weg war nicht geradlinig – und genau das ist der Sinn meiner Strategie-Werkstatt
Am Anfang wollte ich herausfinden, ob sich neben den festen Startminuten eine besonders ruhige Phase innerhalb einer Halbzeit finden lässt. Auf einer kleinen Stichprobe sah das zunächst vielversprechend aus. Der große Backtest hat diese Idee relativiert.
351 Spiele: Hoffnung
Eine „stabile ruhige Phase“ der 1. Halbzeit wirkte zunächst sogar besser als das feste Startfenster. Interessant – aber noch kein Beweis.
20.012 Spiele: Ernüchterung
Das feste Fenster Minute 1–6 blieb real zu 87,55 % torlos, die frei ausgewählte stabile Phase nur zu 86,00 %.
Konsequenz: vereinfachen
Statt die „beste“ Phase im Nachhinein zu suchen, konzentriere ich mich auf das feste und praktisch anwendbare Startfenster Minute 1–6.
Eine verworfene Idee ist für mich kein verlorener Backtest.
Ein Modell soll nicht deshalb bleiben, weil es auf 300 Spielen gut aussieht. Es muss auch dann bestehen, wenn die Stichprobe größer und unangenehmer wird.

Zwei getrennte 20.000er-Blöcke statt eines einzigen schönen Ergebnisses
Die Regeln wurden zunächst auf dem jüngeren Block untersucht. Danach wurden sie eingefroren und auf einem älteren, vollständig getrennten Block erneut geprüft.
Block 1 · jünger
20.012 Spiele
87,55 % torlos
Block 2 · unabhängig / älter
20.034 Spiele
87,82 % torlos
Gemeinsame Basis
35.114 / 40.046 = 87,68 % torlos
Umgekehrt bedeutet das: In 12,32 % der Spiele fiel innerhalb des 6-Minuten-Haltefensters mindestens ein Treffer.
Walk-Forward: Für jedes historische Testspiel wurden nur Informationen verwendet, die vor diesem Spiel verfügbar waren. Spiele desselben Tages wurden nicht gegenseitig als Historie verwendet.

Der eigentliche Durchbruch: nicht „besonders sicher“ suchen – sondern Warnsignale
Einige positive Kombinationen sahen zunächst gut aus. Zum Beispiel erreichten Spiele mit positiver/stark positiver Liga und beiden Teamprofilen ≥87,5 % im ersten Block 89,36 % torlos. Im unabhängigen zweiten Block blieben davon nur 88,12 % übrig – bei einer Basis von bereits 87,82 %. Der zusätzliche Vorteil war zu klein.
Noch deutlicher: Eine stark positive Liga lag im ersten Block bei 88,73 % torlos, im zweiten Block aber nur noch bei 86,88 %. Positive Filter waren damit nicht stabil genug für ein praktisches „Sehr interessant“.
Die negative Seite war deutlich stabiler.
Sobald eine stark negative Liga mit einem schwachen Team-Gesamtprofil zusammentraf, sank die Torlosquote in beiden historischen Blöcken nahezu identisch. Genau daraus entstand das Warnmodell.
VORSICHT
85,47 % torlos
2.857 Fälle · stark negative Liga + mindestens ein Team <85 %
EHER MEIDEN
84,89 % torlos
1.985 Fälle · stark negative Liga + mindestens ein Team <82,5 %
STARKE WARNREGEL
84,17 % torlos
1.232 Fälle · stark negative Liga + mindestens ein Team <80 %
Stabilität der stärksten Warnregel
Block 2 · älter
84,11 %
Block 1 · jünger
84,22 %
Unterschied
0,11 PP

87,7 % torlos heißt nicht „87,7 % sichere Wette“
Die Zahl beschreibt ausschließlich, wie häufig das untersuchte 6-Minuten-Haltefenster historisch ohne Treffer blieb. Sie ist keine Garantie für das einzelne Spiel und keine vollständige Profitabilitätsrechnung.
BASIS
87,68 % torlos
12,32 % der Haltefenster enthielten mindestens einen Treffer.
STARKE WARNREGEL
84,17 % torlos
15,83 % der Haltefenster enthielten mindestens einen Treffer.
Für die Marktquote entscheidend: Ob eine Einstiegsquote im Markt 1. HZ Unter 0,5 einen statistischen Wert besitzt, hängt zusätzlich vom Kursgewinn nach einem torlosen Haltefenster, dem durchschnittlichen Verlust bei einem Treffer, Gebühren und dem tatsächlichen Exit ab. Die 87,7 % sind eine Risikoreferenz für die Haltedauer – keine faire Quote für die gesamte 1. Halbzeit.

Aktueller Ergebnisabgleich: 1.524 auswertbare Spiele
Die Werkstatt ist weitergegangen. Für den Zeitraum 14.08. bis 03.09.2026 habe ich die archivierten Frühtor-Einstufungen mit den tatsächlichen Ergebnissen und Torzeiten abgeglichen. Damit liegt ein eigener, deutlich größerer Auswertungsblock neben der ursprünglichen historischen Referenz vor.
NORMAL
87,31 % torlos
1.371 Spiele · 174 Spiele mit frühem Treffer
1.197 Spiele ohne Tor in Minute 1–6
VORSICHT
85,71 % torlos
28 Spiele · 4 Spiele mit frühem Treffer
24 Spiele ohne Tor in Minute 1–6
EHER MEIDEN
80,90 % torlos
89 Spiele · 17 Spiele mit frühem Treffer
72 Spiele ohne Tor in Minute 1–6
ZU WENIG DATEN
88,89 % torlos
36 Spiele · 4 Spiele mit frühem Treffer
32 Spiele ohne Tor in Minute 1–6
GESAMT
86,94 % torlos
1.524 Spiele · 199 Spiele mit frühem Treffer
1.325 Spiele ohne Tor in Minute 1–6
Der Abstand bleibt sichtbar
NORMAL: 87,31 % torlos.
VORSICHT + EHER MEIDEN: 82,05 % torlos.
Bei den 117 Warnspielen blieb das Startfenster 96-mal ohne Treffer; in 21 Spielen fiel mindestens ein Tor. Der Abstand zu NORMAL beträgt 5,26 Prozentpunkte. Das frühe Tor trat bei den Warnspielen in 17,95 % der Fälle auf, bei NORMAL in 12,69 %.
Für mich ist das eine wichtige Beobachtung: Die Richtung des Warnmodells zeigt sich auch in diesem Datenblock. Besonders EHER MEIDEN fällt mit 80,90 % torlosen Startfenstern auf. Die 28 VORSICHT-Spiele sind dagegen noch eine kleine Grundlage. Neue Grenzwerte leite ich daraus nicht ab.
Was hier gezählt wird: Ein Spiel gilt als torloses Startfenster, wenn in den dokumentierten Minuten 1 bis einschließlich 6 kein Tor fällt. Gezählt werden Spiele mit mindestens einem frühen Tor, nicht die Anzahl aller frühen Tore. ZU WENIG DATEN bleibt als eigene Kategorie sichtbar und gehört nicht zur Warnspiel-Gruppe.

Welche Spiele sind enthalten – und welche noch nicht?
Grundlage ist die Mappe Test_komplett(7).xlsm: Die Einstufungen stammen aus dem Prognosearchiv „MetaTor_Rohdaten“, die Ergebnisse und Torzeiten aus „alleSp“ und „Ergebnisse“. Zugeordnet wurde über Datum, Liga, Heimteam und Gastteam. Die Zahl der dokumentierten Torzeiten wurde mit dem Endergebnis abgeglichen.
Von 2.073 archivierten Begegnungen sind 1.524 auswertbar. Für 548 Begegnungen liegt kein passender Ergebniseintrag vor: Dazu gehören die 501 Spiele vom 04.–07.09.2026 und 47 frühere Begegnungen. Ein weiteres Spiel wurde wegen fehlender Torzeiten ausgeschlossen: Flint – Connahs Q. vom 31.08.2026, Endstand 1:2. Fehlende Torzeiten werden nicht als torlose Phase gezählt.
Saubere Einordnung: Das ist ein Ergebnisabgleich gespeicherter Einstufungen. Ob jede einzelne Einstufung unverändert vor dem jeweiligen Anpfiff archiviert wurde, lässt sich aus der vorliegenden Mappe allein nicht nachweisen. Deshalb bezeichne ich diesen Block nicht als nachgewiesen unveränderten Vorwärtstest.
Die 40.046 historischen Backtest-Spiele bleiben eine eigene Referenz. Die neue Auswertung wird weder auf diese Basis noch auf die frühere 351er-Probe aufaddiert. Bei der alten Probe ergaben die veröffentlichten Kategorien nur 343 statt 351 Spiele; die Zuordnung der übrigen acht Fälle ist nicht belegt. Die neue Darstellung weist deshalb alle vier Kategorien vollständig aus.

Was meine Leser jetzt in den Excel-Prognosen sehen
Die interne Berechnung bleibt umfangreicher. In den Spalten FG und FH des Blatts „Scalping“ bleibt die Aussage einfach: Wie ist das Frühtor-Risiko einzuordnen – und welche historische Backtest-Referenz steht dahinter?
FG: Einstufung · FH: historische Referenz
Frühtor-Risiko 1. HZ
Backtest-Referenz 6-Min.-Haltefenster
NORMAL
40.046 Fälle · 6-Min.-Haltefenster torlos: 87,7 % · Basis
VORSICHT
2.857 Fälle · 6-Min.-Haltefenster torlos: 85,5 % · Warnregel
EHER MEIDEN
1.985 Fälle · 6-Min.-Haltefenster torlos: 84,9 % · erhöhtes Risiko
Die Prozentwerte in FH sind historische Vergleichswerte und keine individuell berechnete Torlos-Wahrscheinlichkeit für das einzelne Spiel. NORMAL verwendet die gesamte historische Basis, nicht eine gesondert ausgewertete NORMAL-Gruppe.

Bei der besonders starken Untergruppe stark negative Liga + mindestens ein Teamprofil unter 80 % lautet die Referenz: 1.232 Fälle · 84,2 % torlos im 6-Minuten-Haltefenster.

Wie entsteht die Einstufung?
BAUSTEIN 1
Heimteam gesamt · HG
Maximal 40 ältere Spiele, mindestens 20 für eine belastbare Einstufung.
BAUSTEIN 2
Gastteam gesamt · GG
Auch beim Gast die letzten maximal 40 älteren Spiele.
BAUSTEIN 3
Liga
12 Monate, bei zu kleiner Basis 18 und maximal 24 Monate; mindestens 60 Ligaspiele.
Warum nicht möglichst viele Teamwerte?
Im Backtest trennten die beiden Gesamtprofile sauberer als zusätzliche Heim-/Auswärtsrollen. Mehr Variablen machten das Modell nicht automatisch besser. Deshalb bleibt die praktische Version bewusst einfach: Liga + Heimteam gesamt + Gastteam gesamt.

Das Warnmodell ist kein automatisches Einstiegssignal
NORMAL bedeutet nicht, dass in den nächsten sechs Minuten garantiert kein Treffer fällt.
EHER MEIDEN bedeutet auch nicht, dass ein Treffer wahrscheinlich ist. Selbst die stärkste Warnregel blieb historisch in 84,17 % der Fälle torlos.
Die Kategorien beschreiben ausschließlich, ob das historische Risiko gegenüber meiner normalen 6-Minuten-Basis erhöht war.
Für mich ist das Warnmodell ein Ausschluss- und Vorsichtsfilter – keine Wettanweisung und keine Garantie.

Zwei verschiedene 6-Minuten-Fragen
Diese Seite darf nicht mit meinem separaten Modell „Risiko 2+ Tore in 6 Minuten“ verwechselt werden. Dort geht es um schnelle Mehrfachtreffer. Hier geht es dagegen um die viel engere Frage: Bleibt mein konkretes 6-Minuten-Haltefenster zu Beginn der 1. Halbzeit ohne jeden Treffer?

Zur Seite „Risiko 2+ Tore in 6 Minuten“

Was ich aus dieser Werkstatt mitnehme
Die wichtigste Erkenntnis ist für mich nicht eine spektakuläre Prozentzahl. Es ist die Entwicklung des Modells selbst.

Eine auf kleiner Stichprobe überzeugende „ruhigste Phase“ wurde durch einen größeren Backtest verworfen. Positive Liga-/Teamkombinationen hielten einer unabhängigen zweiten Prüfung nicht ausreichend stand. Dagegen wiederholten sich bestimmte negative Kombinationen erstaunlich stabil. Auch im neuen Abgleich von 1.524 Spielen liegen die Warnspiele mit 82,05 % torlosen Startfenstern unter NORMAL mit 87,31 %.

Das ist für mich ein Grund, den Filter weiter zu beobachten und konsequent zu dokumentieren. Es ist noch kein Anlass, aus einer Kategorie ein automatisches Einstiegssignal zu machen.

Deshalb lautet die praktische Frage heute nicht mehr: „Welches Spiel ist besonders sicher?“

Sondern: „Bei welchem Spiel gibt es genügend historische Gründe, vorsichtiger zu sein oder es ganz aus meiner Auswahl zu nehmen?“

Nicht die höchste Prozentzahl ist mein Ziel.

Sondern ein Risiko, das sich auch dann noch erkennen lässt, wenn der nächste große Datensatz dazukommt.

Aktualisiert am 07.09.2026 · Ergebnisse im neuen Abgleich: 14.08.–03.09.2026 · 1.524 auswertbare Spiele · historische Warnmodell-Basis unverändert: 40.046 Spiele in zwei getrennten historischen Testblöcken · Quelle: Test_komplett(7).xlsm.

Hinweis: Die dargestellten Berechnungen dokumentieren meine persönliche Vorgehensweise beim Football-Scalping.

Hast du Fragen? fred.neumann.hannover@gmail.com

16 Aufrufe